Südwind Workshoptage „Die Geschichte meines Handys und meiner Jeans

Donnerstag, 30. Juni 2022AllgemeinesKlimafreundliches Groß-Enzersdorf

An vier Tagen zwischen 3. Mai und 21. Juni fanden am BG/BRG und der NMS in Groß-Enzersdorf 10 Südwind-Workshops zum Thema Globale Verantwortung statt.

Südwind Workshoptage „Die Geschichte meines Handys und meiner Jeans

Am Beispiel des Smartphones befassten sich die Schüler*innen der 4. Klassen des BG/BRG und der 3. und 4. Klassen der Mittelschule gemeinsam mit Südwind-Referent Andreas Müller mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Produktion von Elektronikgeräten. Als Abschluss der Workshopreihe arbeitete Laura Jindrak mit den 4. Klassen des BG/BRG zum Thema Baumwolle und Textilien.

Viele unserer Alltagsgegenstände weisen Produktionsfehler auf, die oft unsichtbar bleiben. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung und ungerechte Entlohnung stehen sowohl in der Elektronik- als auch in der Textilindustrie an der Tagesordnung. Zu oft bleibt im Verborgenen, wo die Rohstoffe für die Produktion herkommen, unter welchen Bedingungen die Herstellung geschieht und wo unsere Handys oder Kleidungsstücke nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer landen. Hinter diesen Alltagsgegenständen steht eine lange Kette an Verarbeitungsschritten, in die viele Menschen weltweit eingebunden sind.

Bei über sieben Milliarden Mobilfunkanschlüssen auf unserem Planeten ist die Menge der betroffenen Menschen in der Elektronikindustrie dementsprechend groß. Die Teilnehmenden der Handy-Workshops hatten die Gelegenheit die Rohstoffe für Handys und deren Abbaumethoden näher kennenzulernen und über Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte zu diskutieren. Sie entdeckten in einem Rohstoff-Koffer die Erze von Kupfer, Tantal und Gold, und staunten, dass all diese Metalle und noch viele mehr in unseren Smartphones verbaut sind. Auf einer großen Weltkarte lernten sie auch die Abbauländer dieser Metalle und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Minen- und Fabrikarbeiter*innen kennen. So konnten sich die Teilnehmenden ein Bild über die wahren, teuren Herstellungskosten von Elektronikprodukten für Mensch und Natur machen.

„Welchen Weg legt ein Kleidungsstück zurück, bevor es im Verkauf landet?“ Dies sind ein paar der vielen Fragen, die im Textil-Workshop von Südwind NÖ beantwortet wurden. Baumwolle wird seit mindestens 4.000 Jahren zu Stoffen und Kleidung verarbeitet. Heute deckt sie die Hälfte des globalen Faserbedarfs und wächst weltweit auf insgesamt rund 33 Mio. Hektar Ackerfläche. Der Baumwollanbau erfolgt meist in Monokultur unter massivem Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden, Energie und Wasser.

In den Workshops entwickelten die Teilnehmer*innen Möglichkeiten, wie wir in Österreich zu fairen und klimaschonenden Produktionsweisen und einem „guten Leben für alle“ beitragen können. Wir alle können Ressourcen schonen, indem wir die elektronische Geräte, die wir besitzen, möglichst lange nutzen, sie reparieren, Second-Hand-Geräte bevorzugen und alte Handys fachgerecht entsorgen. Im aktuellen von der Arbeiterkammer Wien geförderten Projekt „Faire Elektronik-Lieferketten“ versucht Südwind gemeinsam mit weiteren Projektpartnern Nachhaltigkeit und Fairness in der Produktion von Elektronikgeräten voranzutreiben. „Electronics Watch“ unterstützt Gemeinden dabei, Nachhaltigkeit und Fairness in der öffentlichen Beschaffung zu beachten.

Die in Österreich von Südwind koordinierte Clean Clothes Kampagne setzt sich weltweit für die Rechte von Textilarbeiter*innen ein. Auf der Website https://www.fashionchecker.org veröffentlicht die Clean Clothes Kampagne erstmals Details über Lieferketten der größten Modemarken wie Zalando, H&M, Primark oder adidas. Denn Konsument*innen haben das Recht zu wissen, ob in Ihrer Kleidung Kinder- oder Zwangsarbeit steckt, ob es Menschenrechtsverletzungen gibt und existenzsichernde Löhne bezahlt werden.

Die Auseinandersetzung mit diesen Themen ist ein wertvoller Beitrag in der Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen. Diese wurden 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen und sollen bis 2030 zu einer gerechteren Welt beitragen. Ob Politiker*innen, Unternehmen, Schulen, Vereine oder auch Einzelpersonen, alle können einen Beitrag leisten.

Die vier Südwind-Workshoptage fanden in Kooperation mit der Klimabündnis-Gemeinde Groß-Enzersdorf statt.

Nähere Informationen:

Südwind Niederösterreich

Bahngasse 46, 2700 Wiener Neustadt

Tel.: 02622/ 24 8 32

E-Mail: noe@suedwind.at

http://www.suedwind.at/niederoesterreich

http://www.suedwind.at/niederoesterreich


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